Diese Gerichte muss man in den 47 Ländern Europas probiert haben

Es gibt ihn immer, den einen unnachahmlichen Leckerbissen, den man probiert haben muss, weil ohne ihn keine Europareise komplett ist. Es ist dieses eine Gericht, nach dem zu fragen sich Ihre Freunde nicht die Mühe machen. Das heißt nicht, dass es einfach wäre, sich für jedes Land auf ein Gericht festzulegen. Schließlich befinden wir uns in Europa, wo es mit die leckersten Fressalien der Welt gibt. Allein die französische oder italienische Küche könnte ganze Bände füllen. Während es in einigen Ländern einfach war – die Schotten haben ihr Haggis, die Schweden ihre Köttbullar –, hatte man anderswo die Qual der Wahl. Vielleicht ist das der Grund, warum die Russen Büfetts so lieben. Um das Ganze leichter zu machen, mussten wir ein paar Regeln aufstellen: 

  • Keine Doppelungen: In Polen beispielsweise hätte man durchaus die obligatorischen Piroggen probieren können, aber weil es in der Ukraine schon die Wareniki gibt, haben wir es dabei belassen.
  • Es muss für Touristen zu jeder Jahreszeit leicht zu finden sein.
  • Es muss unverwechselbar sein. Ein Beispiel: In vielen Ländern sind Eintöpfe aus Fleisch und Gemüse das Nationalgericht. Aber damit ein Gericht für uns infrage kommt, muss es sich wirklich von den anderen abheben.
  • Das Gericht muss landesweit erhältlich sein. Natürlich haben es auch einige regionale Spezialitäten, etwa Paella oder neapolitanische Pizza, zu internationalem Ruhm gebracht. 
  • Das Gericht muss aus dem betreffenden Land selbst stammen und darf nicht anderswo entliehen worden sein. (Wir lieben Curry, aber Curry ist noch relativ neu in der britischen Gastronomieszene.)

Letztendlich geht es um diesen einen Bissen, der das Leben verändert. Es kann passieren, während man mit heißem, süßem Gebäck in der Hand auf einem überfüllten Weihnachtsmarkt steht oder während man mit neuen Freunden in einem Restaurant mit Michelin-Stern sitzt und mit lokalem Wein anstößt. Schließlich ist Essen, während man auf Reisen ist, mehr als nur Ernährung, es ist ein wichtiger Schlüssel, um die Menschen und ihre Kultur zu verstehen. Hier haben wir für alle 47 Länder Europas jeweils ein typisches Gericht ermittelt, das man unbedingt probieren muss.

Stroopwafel, Niederlande

Foto mit freundlicher Genehmigung von Norio Nakayama via Flickr

Die süßen „Sirupwaffeln“ wurden im frühen 19. Jahrhundert von einem sparsamen Bäcker in der Stadt Gouda erfunden und sind eher wie Kekse, weil sie ideal zum Eintunken in heiße Getränke sind. Obwohl es in Gouda nur noch wenige Bäckereien gibt, ist die Stroopwafel fest etabliert und in Supermärkten in ganz Holland erhältlich. 

Spaghetti Carbonara, Vatikanstadt

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Wir wissen nicht, ob der Papst ein Anhänger von Carbonara ist, dem uralten Leibgericht von Schäfern und Bergleuten, aber da er der Bischof von Rom ist, würden wir auf „ja“ tippen. Die Römer sind verrückt nach Strutto, einem Schweineschmalz, das jeden Winter zubereitet wird, und geräucherter, gewürzter Schweinebacke namens Guanciale. Sie verwenden es für die traditionellste Version dieser Pasta, mit Ei, Pecorino romano und schwarzem Pfeffer.

Byrek, Albanien

Dieses auf dem Balkan und anderswo als Börek bekannte Teiggericht wird aus mehreren Schichten leichten, flockigen Blätterteigs zubereitet. Ein Traum, besonders wenn es mit lokalen Produkten wie Kürbis, Brennesseln, gesalzenem Frischkäse, Hackfleisch, Tomaten und Zwiebelragout gefüllt ist.

Trinxat, Andorra

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Die Viehzüchter, die in den Bergen dieses Zwergstaates in den Pyrenäen leben, essen liebend gern Trinxat de la Cerdanya, einen Brei aus Kartoffeln und Kohl, der in der Bratpfanne zubereitet und mit Rücken- oder Schinkenspeck garniert wird.

Wiener Schnitzel, Österreich

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Schnitzel mit Nudeln? Nein. Das traditionelle panierte Kalbsschnitzel aus Wien wird mit einer Zitronenspalte, Preiselbeerkonfitüre und Kartoffelsalat oder auch mit Pommes frites serviert. Bonuspunkte gibt‘s, wenn das Schnitzel die Größe Ihres Kopfes hat. In einigen ehrgeizigen Wiener Restaurants ist das nämlich der Fall. 

Draniki, Weißrussland

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Kartoffelpuffer, auch bekannt als Latkes, sind in ganz Osteuropa ein Grundnahrungsmittel. Einen besonderen Stellenwert haben sie jedoch für die Weißrussen. Sie konsumieren den knusprigen Gaumenschmaus seit den 1830er-Jahren in rauen Mengen, garniert mit Schmand oder Preiselbeeren, zum Frühstück oder in der Auflaufform gebacken.

Cevapcici, Bosnien und Herzegowina

Foto mit freundlicher Genehmigung von Filip Maljkovic via Flickr

Während der osmanischen Besatzung garten flüchtige Banditen die hautlosen Würstchen an Stöcken über dem Lagerfeuer. So entstand, was heute auf dem Balkan wohl die ultimative Straßenküche ist. Heutzutage werden sie in Bosnien mit Fladenbrot serviert und mit viel sahnigem, käseartigem Kaymak bestrichen.

Shkembe Chorba, Bulgarien

In den 1980er-Jahren wurde diese Flecksuppe im Konkurrenzkampf um das Mittagessen in der Hauptstadt Sofia überraschend zum Star. Schwein, Lamm oder Rinderinnereien werden stundenlang gekocht, anschließend in die Brühe gegeben und mit Paprika gewürzt. Lustige Tatsache: Für manche Bulgaren ist es nach einer durchzechten Nacht mit viel Rakija das ultimative Anti-Kater-Mittel. 

Zagorski Štrukli, Kroatien

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Jede Region von Kroatien hat eine eigene Spezialität zu bieten. Aber dieses zarte Teigprodukt, mit Frischkäse und Eiern gefüllt, gebacken oder gekocht, findet man heute fast überall im Land. Es wird mit Butter, Schmand oder Bratensoße serviert und ist so zart, dass man es mit der Gabel isst.

Trdelník, Tschechische Republik

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Dieses köstliche runde Gebäck ist häufig auf den Märkten und in den Läden von Prag bis Brno zu finden. Sie werden auf Spießen geformt, dann gebacken und mit Zimt, Zucker und Walnüssen verfeinert. 

Smørrebrød, Dänemark

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Es würde viel, viel Zeit in Anspruch nehmen, um alle möglichen Varianten dieses dänischen Grundnahrungsmittels und Brotdosen-Klassikers zu probieren. Eine Variante, die den kuriosen Namen „Dyrlægens natmad” (dt.: „Nachtmahl des Tierarztes”) trägt, wird mit Leberpastete (leverpostej), Corned Beef (saltkød), Aspik (sky) und roten Zwiebeln zubereitet. Egal, mit welchem Belag: Roggenbrot (rugbrød) und ausgelassenes Speckfett sind stets ein hervorragender Ausgangspunkt.

Kohuke (Quark-Snack), Estland

Meldet sich in den baltischen Ländern der Hunger, schlägt man sich den Bauch mit Kohuke voll, einer fünf Zentimeter langen Mischung aus Obstsnack und Proteinriegel. Kohuke besteht aus gepresstem Quark und ist in unzähligen Varianten von Schokolade über Vanille bis hin zu Kiwi-Erdbeere erhältlich. 

Poronkäristys (sautiertes Rentier), Finnland

Man läuft Gefahr, vom Weihnachtsmann eine Rute zu bekommen, wenn man sich sautiertes Rentier, eine Spezialität des Volkes der Samen in Lappland, schmecken lässt. Das dunkle, fettarme Rückenfleisch wird in Rentiertalg beziehungsweise – weniger traditionell – in Schmalz oder Butter angebraten, mit Salz, Pfeffer und/oder Bier abgeschmeckt und mit Essiggurken und Preiselbeerkonfitüre verzehrt.

Crêpes, Frankreich

Womit beginnt man in der Hauptstadt der Haute Cuisine? Mit Crêpes, bien sûr. Bretonische Spezialität, Teil des französischen Nationalbewusstseins: Ein perfekter Crêpe ist von schlichter Schönheit. Egal, ob man sie in einer bescheidenen Crêperie in der Bretagne mit Cidre hinunterspült oder ob man sie in den besten Hotels von Paris serviert bekommt: Crêpes können mit allem Möglichem gefüllt werden: Nutella zum Frühstück, Schinken und Pilze für ein herzhaftes Mittagessen, oder Fruchtkonfitüre für ein dekadentes Dessert. 

Souvlaki, Griechenland

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Das Wort Souvlaki bedeutet wörtlich übersetzt „Spießchen” und wird schon in den Werken des Aristophanes und des Aristoteles erwähnt. Wenn man die Straßen Athens durchstreift und dieses altgriechische Schweinefleischgericht am Spieß mit warmem Pitabrot und Kartoffelbeilage probiert, dann wird einem klar, warum Souvlaki die Jahrtausende überdauert hat. 

Lángos, Ungarn

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Wer einen ungarischen Straßenverkäufer sieht, der dieses frittierte Fladenbrot mit dem Hefearoma verkauft, fragt gleich nach einer doppelten Portion. Frisch und warm verzehrt, trieft es vor Sauerrahm, geriebenem Käse und Knoblauchbutter. 

Skyr, Island

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Das traditionelle Milchprodukt Skyr, dicker und süßer als Joghurt, ist eine nordische Sensation. (Tipp: Skyr ist auch am Flughafen zum Mitnehmen erhältlich.) Man kann Skyr als Hræringur-Grütze zum Frühstück essen oder auch kalt mit Milch und Zucker trinken.

Rupjmaize, Lettland

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Die Letten sind verrückt nach Rupjmaize, ihrem unverwechselbaren dunklen Roggenbrot, das für gewöhnlich ohne Kümmel hergestellt wird. Man kann Rupjmaize pur oder, wenn man wirklich Kümmel mag, in Sklandrausis probieren, einer süßen, mit einer Paste aus Kartoffeln und Möhren gefüllten Roggenteig-Pastete.

Käsknöpfle, Liechtenstein

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In Deutschland sagt man „Spätzle”, aber in Liechtenstein heißt es stets „Käsknöpfle”. Dieses Gericht besteht aus kleinen Knödeln, die mit Röstzwiebeln und lokal hergestelltem Käse (etwa Saukerkas oder Emmentaler) serviert werden.

Blynai, Litauen

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Die feinen, pfannkuchenähnlichen Kreationen, (west)europäisiert auch „Blini”, sind das traditionelle Fastnachtsessen. Sie können so dünn wie Waffeln oder Crêpes sein, aber auch dick, wenn Hefe zugegeben wird. Serviert werden sie mit einem Klacks Sauerrahm und Apfelmus. Eine Variante, die man unbedingt probieren muss, sind Žemaičių blynai, die mit gekochten Kartoffeln, Hackfleisch und/oder Pilzen zubereitet werden.

Quetschentaart, Luxemburg

Foto mit freundlicher Genehmigung von Joel Bez via Flickr

Weder Apfel noch Pflaume: Zwetschgen sind Steinfrüchte, die ihre Form auch bei hohen Temperaturen so gut beibehalten, dass sie überall in Luxemburg zu Torten verbacken werden. Die duftenden Torten mit Hefeteigboden werden mit Zucker bestreut, gebacken und jedes Jahr um die Zeit der Herbsternte verschlungen.

Tavče gravče, Mazedonien

Der als Tavče gravče bekannte mazedonische Weiße-Bohnen-Topf wird die ganze Nacht lang in einem Schmortopf gegart und zum Mittagessen in einer Steingutschale serviert. (Keine Sorge, liebe Fleischesser, es gibt auch eine Variante mit Wurst.)

Pastizzi, Malta

Foto mit freundlicher Genehmigung von Charles Haynes via Flickr

Auf Malta gibt es die Redewendung „Das verkauft sich wie Pastizzi” (also sehr gut). Das flockige, rautenformige Gebäck findet man in jedem Eckladen. Gefüllt wird es entweder mit Ricotta (pastizzi tal-irkotta) oder weichen Erbsen (pastizzi tal-piżelli).

Mămăligă, Moldawien

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Dieser Maismehlbrei sieht macht vielleicht nicht viel her, aber mit gebratenem Fleisch, Schmand, Schweinegrieben, Brinza – dem sahnigen moldawischen Schafsmilchkäse – oder nach Art einer Roulade mit einem Kohlblatt umwickelt ist es ein Mahl für Könige. 

Raštan, Montenegro

Seit über 2000 Jahren wächst in der Region Cetinje in den Bergen Montenegros eine primitive dunkelgrüne Kohlsorte, die leicht bitter schmeckt und Blatt- oder Grünkohl ähnelt. Probieren Sie Mămăligă als herzhaften Eintopf mit Schweinshaxen (Eisbein).

Gravlax, Norwegen

Foto mit freundlicher Genehmigung von David Pursehouse via Flickr

Die Norweger sind Genies, wenn es um die schnelle Zubereitung von konserviertem Fisch geht. Aber der Hauptpreis geht definitiv an mit Dill, Zitrone und Wodka bestrichenen Räucherlachs. Der Fisch wird gewürzt und ein paar Tage lang geräuchert, bis er zart und schmackhaft ist.

Żurek (Sauermehlsuppe), Polen

Foto mit freundlicher Genehmigung von Verchar N via Flickr

Borschtsch ist überall in Osteuropa ein Favorit, aber bei den Polen hat er einen besonderen Stellenwert, vor allem am Ostersonntag, wenn es weißen Borschtsch gibt. Die Suppe besteht aus Weizenmehl oder einer fermentierten Mischung aus Roggenmehl und Hafer. Sie wird mit Knoblauch und Majoran abgeschmeckt und mit viel polnischer Wurst serviert.

Carne de Porco à Alentejana, Portugal

Foto mit freundlicher Genehmigung von Leon Brocard via Flickr

Portugal ist nicht nur für seine Meeresfrüchte, sondern auch für sein Fleisch berühmt. Carne de Porco à Alentejana ist eine Surf-and-Turf-ähnliche Kombination aus Schweinefleisch, das mit Paprika, Knoblauch und Koriander mariniert und mit frischen Muscheln auf Kartoffeln serviert wird. Das Gericht stammt aus der Küstenregion der Algarve.

Sarma, Rumänien

Foto mit freundlicher Genehmigung von Alex Curpas via Flickr

Die Rouladen aus gehacktem Räucherfleisch, Röstzwiebeln und Reis haben überall im früheren Osmanischen Reich Spuren hinterlassen, aber das Besondere an der rumänischen Variante ist das Sauerkraut. 

Pirogge, Russland

Neben dem Glas Wodka, das nach jedem Gang getrunken wird, bildet das Herz des russischen Büfetts (Zakuski) die Pirogge, die aus gebackenem Teig mit einer süßen oder herzhaften Füllung zubereitet wird. Piroggen gibt es in mehreren Formen und Größen, von winzigen Piroggen mit Fruchtfüllung über Piroggen mit Käsefüllung bis hin zu riesigen Kuppeln, die mit Fleisch gefüllt sind.

Ajvar, Serbien

Dieser Leckerbissen, der aus gerösteter Paprika besteht, kann auch Knoblauch und Auberginen enthalten. Ob als Brotaufstrich oder mit Cevapcici – Ajvar gelingt es, zugleich süß, scharf, würzig und rauchig zu sein.

Bryndzové Halušky, Slowakei

Foto mit freundlicher Genehmigung von Alpha via Flickr

Gnocchi sind nichts im Vergleich zu dieser slowakischen Spezialität. Hierfür werden sahnige Kartoffelklößchen mit Speckfett, Kohl oder Eiern zubereitet. Man kann auch die klassische Variante wählen, die mit Bryndza, einem streng schmeckenden Schafsmilchkäse zubereitet wird.

Prekmurska Gibanica, Slowenien

Foto mit freundlicher Genehmigung von Amanda Slater via Flickr

Gibanica, ein Süßgebäck aus Käse und Eiern, ist auf dem gesamten Balkan beliebt. Aber die erfinderischen Bewohner der Region Prekmurje in Slowenien peppen es zu bestimmten Anlässen so richtig auf und geben Quarkschicht auf Quarkschicht, Mohnsamen, Walnüsse, Äpfel und Rosinen hinzu.

Paella, Spanien

Foto mit freundlicher Genehmigung von Ralf Peter Reimann via Flickr

Dieses Reisgericht, das nach der überdimensionierten Pfanne benannt ist, in der es zubereitet wird, ist gleichbedeutend mit Spanien. Bei den Spaniern gilt die Paella jedoch als valencianische Spezialität. Und obwohl Meeresfrüchte-Paella akzeptabel ist, verwenden echte Valencianer ausschließlich Erzeugnisse vom Bauernhof und aus dem Wald: Hühner- und Hasenfleisch, Schnecken, dazu Butter, Stangenbohnen und Artischocken, das Ganze gewürzt mit Paprika und Safran. Man bereitet Paella unter dem Sternenhimmel zu und isst direkt aus der Pfanne – jede andere Paella ist nur ein Imitat. 

Köttbullar (Fleischbällchen), Schweden

Foto mit freundlicher Genehmigung von Yoppy via Flickr

Die ausgesprochen süßen Fleischbällchen werden mit milchgetränkten Brotkrumen und Rinderhack, Schweine- oder sogar Kalbsfleisch zubereitet, mit einer sahnigen Soße verfeinert und mit Piment gewürzt. Es gibt nichts, was an einem kalten nordischen Abend tröstlicher wäre. 

Fondue, Schweiz

Foto mit freundlicher Genehmigung von Tambako The Jaguar via Flickr

Fondue (nur mit Käse, bitte) machte in den 1930er-Jahren in den USA Furore – als eine alpine Form des gemeinsamen Essens. Doch schon lange davor tunkten Schweizer Stadtbewohner – denn Bauern konnten sich Fondue nicht leisten – Brotstücke in blubbernden Gruyère-Käse, der in einem Gefäß namens Caquelon auf einem tragbaren Kocher erhitzt wurde. Achten Sie darauf, im Magen etwas Platz zu lassen für die sogenannte Religieuse (dt.: Nonne), also die knusprige Käsekruste am Grund des Gefäßes, denn sie ist das Leckerste von allem.  

Wareniki (Pierogi), Ukraine

Die im übrigen Osteuropa als Piroggen bekannten ukrainischen Wareniki (dt.: „kochende Flüssigkeit”, wegen der Art der Zubereitung) sind kleine Meisterstücke, die man zu jeder Tages- oder Jahreszeit genießen kann. Die halbmondförmigen Leckerbissen gibt es mit allen erdenklichen Füllungen (Kartoffelpüree, Ei, Kohl oder Leber, um nur einige zu nennen) und können mit Salo-Stücken (Rückenspeck), Zwiebeln oder Sauerrahm verfeinert werden.

Laverbread, Wales

Foto mit freundlicher Genehmigung von Beck via Flickr

Jede Kultur hat ihr eigenes Brot, aber wie viele Kulturen können behaupten, ihr Brot werde aus Seegras hergestellt? Um ehrlich zu sein: Es ist eigentlich kein Brot. Die dunkle, dickflüssige Substanz wird häufig als „Welshman‘s caviar” („Waliser-Kaviar”) bezeichnet. Man kann daraus Haferplätzchen backen, Cracker bestreichen, sie in die Suppe geben oder mit Herzmuscheln und Speck verzehren.

Barbajuan, Monaco

Im Stadtstaat Monaco gibt es nicht nur Fürsten und Casinos, von hier stammt auch diese salzig-süße Delikatesse, die irgendwo zwischen Ravioli und Fettgebäck einzuordnen ist. Barbajuan wird mit Mangold, karamellisiertem Lauch und Ricotta gefüllt und jedes Jahr am 19. November, dem monegassischen Nationalfeiertag, gegessen.

Torta Tre Monti, San Marino

Dieser feine Kuchen mit Schokoglasur repräsentiert die drei Türme von San Marino. Er besteht aus mehreren Schichten von papierdünnen Waffeln, die durch Haselnusscreme zusammengehalten werden. Dekadent wie im Märchen!

Haggis, Schottland

Foto mit freundlicher Genehmigung von Chris Brown via Flickr

Vor dem Aufkommen moderner Kühltechnik existierte keine effektive Möglichkeit, um Fleisch haltbar zu machen. Also wurde das Fleisch mit Hafermehl, Zwiebeln, Salz und Gewürzen kombiniert und in winzigen Schafsmägen gekocht. Und auch wenn Haggis heutzutage nur in Plastikverpackungen im Supermarkt verkauft werden darf, kann eine Beilage aus „neeps and tatties” (Rüben und Kartoffeln) dafür sorgen, dass Ihr Burns-Supper-Fest zu einem unvergesslichen Ereignis wird.

Moules Frites, Belgien

Foto mit freundlicher Genehmigung von LWYang via Flickr

Der englische Spruch „When in Brussels, eat mussels”, ist mehr als nur ein schlauer Reim. In Belgien werden Muscheln einfach in Weißwein und Butter zubereitet und im Frühling und Sommer eimerweise serviert. Außerdem ist die Bezeichnung „pommes frites” (frz. für „ausgebackene (Erd-)Äpfel”) offensichtlich irreführend, weil Pommes frites, dick geschnitten und natürlich mit Mayonnaise serviert, ein Gericht belgischen Ursprungs sind.

Ulster Fry, Nordirland

Foto mit freundlicher Genehmigung von Jeremy Keith via Flickr

Wer in einem Belfaster Hotel am Morgen mit einem Ulster Fry begrüßt wird, braucht für den Rest des Tages nicht mehr zu essen. Das Gericht wird komplett mit Wurst, Speckscheiben und Sodabrot serviert. Vergessen Sie nicht, Ihre Blutwurst aufzuessen – in Scheiben gebratenes Schweineblut mit Rindernierenfett. Na los, seien Sie tapfer!

Sunday roast, England

Foto mit freundlicher Genehmigung von Jeremy Keith via Flickr

Wer das Land besucht, hört vielleicht den Begriff „rosbif” („Rinderbraten”). Grund dafür ist der altehrwürdige Sunday roast, der Sonntagsbraten. Serviert wird er mit Yorkshirepudding, der zeitgleich im selben Ofen zubereitet wird. So kann der Bratensaft herunterlaufen und dem aufgehenden Pudding einen kräftigen Geschmack verleihen.

Irish Stew, Irland

Foto mit freundlicher Genehmigung von jeffreyw via Flickr

Puristen verwenden nur Hammelfleisch, Zwiebeln und Kartoffeln (das irische Grundnahrungsmittel des 19. Jahrhunderts); einige ambitionierte Köche geben Rindfleisch, Guinness oder andere Aromen hinzu. Mit welchen Zutaten auch immer: Dieses Gericht, aus der Armut heraus entstanden, sorgt dafür, dass man sich reich fühlt. 

Neapolitanische Pizza, Italien

Heutzutage ist Pizza so gut wie überall zu haben. Das ist aber nur ein Grund mehr, um eine Reise nach Italien zu buchen und die einzig wahre Pizza zu probieren. Neapolitanische Pizzaioli müssen San-Marzano-Tomaten verwenden, den Teig von Hand rollen, damit die Kruste geschmeidig bleibt, und das Produkt in einem kuppelförmigen Ofen fertigbacken. Pizzerien wie die Antica Pizzeria Port‘Alba oder die L‘Antica Pizzeria Da Michele servieren zwei klassische Varianten: Marinara (Tomaten, Oregano, Knoblauch und Olivenöl) und Margherita, die der Legende nach den Farben der italienischen Flagge ähnelt. Noch patriotischer geht es nicht. 

Wurst, Deutschland

Foto mit freundlicher Genehmigung von Kai Schreiber via Flickr

Eines ist sicher: Den Deutschen geht Wurst über alles. Königin der Würste ist zwar momentan die in Ketchup schwimmende Currywurst – allein in Berlin werden jährlich 800 Millionen Stück verkauft –, aber es wäre nachlässig, nicht auch die traditionellere bayerische Weißwurst aus gehacktem Kalbsfleisch und Speck oder die Blutwurst mit einer Beilage aus Sauerkraut und scharfem bzw. süßem Senf (je nach Region) zu probieren.

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