Wohin auf den Kanarischen Inseln: Ein Führer zu den Top-Reisezielen

Fast perfektes Wetter und eine atemberaubend abwechslungsreiche Szenerie, von eindrucksvollen Sahara-Sandstränden bis zu schneebedeckten Vulkangipfeln, machen die Kanarischen Inseln zu einer Freude für Liebhaber des Freiluftlebens. Seit den 1960ern sind die sieben von Spanien regierten Inseln ein wichtiges Reiseziel hauptsächlich für Europäer, und seit neuestem ist ihre bereits unendliche Anziehungskraft wegen des unsicheren geopolitischen Klimas in Europa sogar noch gestiegen. Reisende, die vor ein oder zwei Jahren in der Türkei oder Ägypten Urlaub gemacht haben, ziehen stattdessen nun eine Reise auf diese warme Inselgruppe vor. (Spaniens Balearen haben ebenfalls eine Steigerung bei den Buchungen für die gleiche Saison erlebt, aber manche behaupten, dass die Balearen ihre neuerdings erhöhten Touristenzahlen nicht so gut absorbiert haben wie die Kanarischen Inseln mit ihrer soliden touristischen Infrastruktur, darunter Straßen, Flughäfen, Fähren und Häfen, Bussysteme, Autovermietungen sowie viele hunderte Hotels für jeden Geldbeutel.) 

Dazu kommt noch, dass gefährliche Tiere und gefährliches Wetter in diesem Teil der Welt praktisch unbekannt sind. Es gibt keine einheimischen Raubtiere oder Insekten, nicht einmal Mücken, und die Luft ist gesund, sauber und von hoher Qualität. Die sieben Inseln sind ein Paradies für abenteuerlustige Typen und Wassersportenthusiasten. Unglaubliche Strände und Wanderrouten gehören zum Standard, und Sportarten wie Kajakfahren, Katamarantouren, Paragliding, Surfen, Tauchen, Schnorcheln und Kitesurfing sind überall auf den Kanaren beliebt 

Welche kanarische Insel passt also zu Ihnen? Die sieben Inseln haben einiges gemeinsam - sie alle haben ein angenehmes Klima, einen geringen Jahresniederschlag sowie Wassersportbedingungen der Weltklasse. Aber es gibt auch riesige Unterschiede. Im folgenden kommen wir auf einige der wichtigsten Unterschiede der Inseln zu sprechen.

Teneriffa

Was Sie finden werden: Teneriffa ist die größte, bevölkerungsreichste und meistbesuchte der Kanarischen Inseln, mit fünf Millionen Touristen jährlich, die sich zu der etwa einen Million dort lebenden Einwohnern gesellen. Ein sehr großer Teil der Besucher von Teneriffa bleiben in Playa de las Americas (oder passieren zumindest durch den Ort), einem touristenfertigen Strandresort in der Südwestecke der Insel. (Das Klima von Teneriffa zeigt drastische Variationen. Der Süden ist wärmer, trockener und sonniger als der kühle, bewaldete Norden.) Riesige, schäbige Strandhotels säumen die künstlichen Strände von Playa de las Americas, die voll sind von Menschen, die Volleyball spielen, draußen unter Palapa-Schirmen campieren, auf den Steinen am Anleger liegen und sich auf das Surfen vorbereiten. Wellenbrecher halten das Wasser ruhig und machen die Strände beliebt bei Familien. Eine lange, befestigte Promenade geht meilenweit, von Los Cristianos im Süden bis nach Costa Adeje im Norden. Sie ist angefüllt mit einer anscheinend endlosen Kette von Open-Air-Bars, Souvenirläden, Fisch-Spas, Ausflugskiosken und Cafés, die sich fast ausschließlich nach dem britischen Geschmack richten. (Fast alle Restaurants an der Strandpromenade würden völlig vergessenswert sein, wenn sie nicht diese großartige Aussicht auf das Meer und den Sonnenuntergang hätten. Reisende, die vom gewöhnlichen Pfad abweichen, werden großzügig entlohnt mit wundervoll erhaltenen Dörfern und vulkanischen Wanderwegen.

Lassen Sie sich nicht entgehen: Teneriffa hat mehr als nur eine rasende Bautätigkeit. Der Teide-Nationalpark, weit oberhalb der Baumgrenze, beherbergt einen der größten Krater auf dem Planeten sowie den höchsten Punkt Spaniens, den Pico del Teide, den man mit einer aufregenden Seilbahnfahrt erreichen kann. Teide ist der größte der vier Nationalparks auf den Kanarischen Inseln und bietet fantastische Wanderungen. Der "Höllencanyon" und Roque del Conde im Süden sind beliebte Wandergebiete. Ernsthafte Trekker sollten die schwierigen Pfade um Masca im Nordwesten nehmen.

Übernachtungsempfehlung: Für die prototypische Playa-de-las-Americas-Erfahrung probieren Sie am besten ein Pauschalhotel am Strand wie das H10 Conquistador oder eine Selbstversorgeranlage wie das Aparthotel Parque de la Paz

La Gomera

Foto mit freundlicher Genehmigung von Jennifer Smith über Flickr

Foto mit freundlicher Genehmigung von Jennifer Smith über Flickr

Was Sie finden werden: Obwohl es nur 50 Minuten mit der Fähre entfernt ist, fühlt sich La Gomera wie eine andere Welt an. Die schamlos touristischen Strecken, wie man sie am Kanal und in anderen Touristenmekkas der Kanarischen Inseln findet, sind hier glücklicherweise abwesend. La Gomera, die zweitkleinste der Kanaren, ist von dichtem, zauberhaften Lorbeerwald bedeckt, gefüllt mit großblättrigen Bananenstauden, Schlingpflanzen, tropischen Blumen und bemoosten Felsformationen. Die üppige Landschaft, besonders im nebelverhangenen Garjonay-Nationalpark, steht in starkem Kontrast zur wüstenhaften Topographie von Teide und dem Süden Teneriffas. Das hügelige Terrain von La Gomera wird überall von Wanderwegen durchbrochen, was die Insel zu einem Wunderland für Wanderer macht. 

Lassen Sie sich nicht entgehen: Hier ist es auch wichtig, Ihre Seetauglichkeit zu üben. Rund 300 Grindwale leben permanent in den Gewässern zwischen Teneriffa und La Gomera (ebenso Delfine, Seeschildkröten, Orkas, Blauflossenthun und Schwertfische). Eine Fahrt mit dem Whale-Watcher-Boot ist also ein absolutes Muss.

Übernachtungsempfehlung: Das Hotel Jardin Tecina auf einem Felsgipfel bietet einen wunderschönen Ausblick auf den Atlantik von seinem Aussichtsplatz über der Playa de Santiago.

Gran Canaria

Was Sie finden werden: Im geografischen Sinn hat Gran Canaria so ziemlich alles: schroffe Berge, Wüsten vom Sahara-Typ, Urwälder, üppig bewachsene Canyons mit wilden Oliven- und Mandelbäumen sowie die großartigen, goldenen Sandstrände, für die die Inselgruppe bekannt ist. Gran Canaria wird tatsächlich wegen seiner Dutzenden von Mikroklimas und seiner bemerkenswerten Vielzahl von Landschaftstypen oft als "Miniaturkontinent" bezeichnet. (Kein Wunder, dass die gesamte Insel ein Welt-Biosphärenreservat ist.) Gran Canaria ist auch das perfekte Ziel für Reisende, die viel sehen wollen, aber seine Perlen sind nicht nur natürlich. Die Insel ist auch ein kulturelles Topziel, mit stillen Dörfern aus dem 16. Jahrhundert, antiken Höhlen und einer Gourmetszene, die aufregender als auf den anderen Kanaren ist. Die beeindruckende Wüstenlandschaft der Maspalomas-Dünen geht herunter bis an den Atlantic und gipfelt im langen Sandstrand von Maspalomas, wo eine Promenade Restaurants und Bars ohne Ende bietet. Die lange Strecke von Sanddünen macht aufregende Fotos möglich (und zieht viele sonnenbadende Nudisten an). Die nahe Playa del Ingles ist für ihre Sandstrände mit Nachtleben bekannt. Gran Canaria und Teneriffa bieten beide eine endlose Parade von spezialisierten Megaanlagen, ebenso wie gefeierte Golfplätze und kinderfreundliche Wasserparks (Hier das Aqualand, auf Teneriffa der Siam Park).

Lassen Sie sich nicht entgehen: Das archäologische Erbe der Kanarischen Inseln zeigt sich überall auf der Inselgruppe. Das Höhlenbildermuseum von Gran Canaria in der nordwestlichen Stadt Galdar bietet einen Eindruck der ursprünglichen Kultur der Insel. 

Übernachtungsempfehlung: Das weitläufige Gloria Palace Royal Hotel & Spa auf einem Felsen über dem schönen Strand von Amadores ist idyllisch. Es hat auch Zugang zum Strand und Balkone zur Meerseite in allen Zimmern.

Fuerteventura

Was Sie finden werden: Alle Kanarischen Inseln haben unglaubliche Küstenlinien, aber die große Sanddüne und die schwarzen vulkanischen Strände vonFuerteventura sind wahrscheinlich die imposantesten der Inselgruppe. Die Küste der Insel ist perfekt zum Surfen, Windsurfen und Kiteboard (besonders im nordwestlichen Teil der Insel), und es gibt anscheinend an jeder Ecke in den entspannten Strandorten Ausrüster für Tauchen und Wassersportausflüge. Weiter im Inland hat Fuerteventura Wüstenebenen, die einen tropischen, bergigen Kern umgeben. Es ist die zweitgrößte Insel der Kette und ein UNESCO-Biosphärenreservat.

Lassen Sie sich nicht entgehen: Vor der Nordspitze der Insel liegt die Isla de Lobos, eine der besten Surfstellen von Fuerteventura. Für die weniger am Wasser Interessierten hat das Naturreservat viele schöne Wanderwege, darunter ein die Höhenangst fördernder Weg am Vulkankessel entlang.

Übernachtungsempfehlung: Für Reisende, die in der Nähe von Allem bleiben wollen, ist die Lage des Avanti Hotel Boutique Fuerteventura die beste Wahl. Es liegt nur einen Häuserblock von der Haupteinkaufsstraße im Zentrum von Corralejo, die viele Restaurants, Bars, Läden, Nachtclubs und andere Aktivitäten bietet.

Lanzarote

Foto mit freundlicher Genehmigung von salomon10 über Flickr

Foto mit freundlicher Genehmigung von salomon10 über Flickr

Was Sie finden werden: Lanzarote ist wirklich anders als alles andere auf diesem Planeten. Die östlichste der Kanarischen Inseln ist ein merkwürdiges Reich der Lavafelder, grünen Lagunen und des intensiv blaugrünen Meeres. "Eine andere Welt", "Mondlandschaft" und "Mars" hört man oft, wenn Besucher die dramatische Lavalandschaft von Lanzarote beschreiben. Eine Wanderung durch den Timinfaya-Nationalpark ist unabdingbar, aber um all dieser heißen, rötlichen, windigen Erde entgegenzuwirken, sollte Ihre Route viel Zeit für die Erkundung der örtlichen Fischerdörfer und zur Entspannung in den von Felsen eingerahmten halbmondförmigen Buchten lassen. Die berühmten Strände von Costa Papagayo sind besonders schön und bekannt für ihre Kitesurfingmöglichkeiten. Die meisten der Kanaren bieten hervorragenden Surfmöglichkeiten, aber Lanzarote hat die allerbesten Bedingungen dafür. Der belebte Touristenort Costa Teguise erinnert an Playa de las Americas, da er wenig echte kanarische Atmosphäre hat, aber er hat den Strand von Las Cucharas mit goldenem Sand, einer Seepromenade sowie der lebhaften Plaza Pueblo Marinero - einem Platz mit einer bescheidenen Auswahl an spanischen Restaurants, Cafés, Bars und abendlichen Marktbuden.

Lassen Sie sich nicht entgehen: Einen besseren Eindruck vom traditionellen Leben auf Lanzarote bekommt man im Teguise im Inland, das im 15. Jahrhundert gegründet wurde. Dort hält das Castillo de Santa Barbara Hof hoch über dem ländlichen Lanzarote. Die historische Burg wurde - natürlich auf einem Vulkan - erbaut, um Teguise vor Piraten zu schützen.

Übernachtungsempfehlung: Das Erwachsenen vorbehaltene Hotel Lani's Suites de Luxe im Strandort Puerto del Carmen hebt sich durch sein glattes Design, seinen Top-Service und durchgehenden Sinn für Details hervor. Viele seiner schicken, hochklassigen Zimmer haben private Whirlpools im Freien, und alle haben Terrassen und Meerblick.

La Palma

Foto mit freundlicher Genehmigung von Benjit Nyman über Flickr

Foto mit freundlicher Genehmigung von Benjit Nyman über Flickr

Was Sie finden werden: Reisende, die gewillt sind, volle Strände mit gelbem Sand (sowie rasselnde Reisebusse und Nullachtfünfzehn-Pauschalhotels aus den 70ern) gegen unbefleckte natürliche Schönheit einzutauschen, würden sich auf der schroffen, abgelegenen Insel La Palma wohlfühlen. Ausflügler können ihre Tage damit verbringen, still über die Lavafelder im Inneren und im Süden der Insel zu wandern (ein Nachmittag im Nationalpark Caldera de Taburiente ist obligatorisch). Im Norden finden Sie Lorbeerwälder voller Wasserfälle, die so grün sind, dass sogar der üppige Wald von La Gomera im Vergleich dazu unfruchtbar wirkt. Die Nächte sind zum Sternengucken, eine willkommene Änderung der Geschwindigkeit von den abendlichen Vergnügungen in den Nachtclubs und Strandbars auf den anderen Inseln. Ebenso wie Fuerteventura ist La Palma ein UNESCO-Biosphärenreservat. 

Lassen Sie sich nicht entgehen: Hoch über den Wolken auf dem Gipfel des Roque de los Muchachos, befindet sich eines der größten Teleskope der Erde. Reservierung ist stark zu empfehlen. Die UNESCO ernannte La Palma im Jahr 2012 zum weltersten Sternenlichtreservat, d. h. dass sein außergewöhnlich klarer Himmel (und seine entfernte Lage im Atlantischen Ozean) ideal zum Beobachten von Sternbildern und anderen astronomischen Wundern sind. 

Übernachtungsempfehlung: Teleportieren Sie sich zurück in das La Palma des 17. Jahrhunderts im Hotel Hacienda de Abajo, ein 32-Zimmer-Hotel, das ursprünglich als private Residenz für eine Adelsfamilie erbaut wurde.

El Hierro

Foto mit freundlicher Genehmigung von Victor R. Ruiz über Flickr

Foto mit freundlicher Genehmigung von Victor R. Ruiz über Flickr

Was Sie finden werden: El Hierro, "die Insel am Ende der Welt", bietet viele Superlative der Kanarischen Inseln. Sie ist die Kleinste, am wenigsten Besiedelte und am weitesten Entfernte (die südwestlichste der kanarischen Landmassen). Und für Naturliebhaber ist sie vielleicht die Anziehendste der Inseln. Der UNESCO-Geopark (El Hierro ist die einzige der Kanarischen Inseln mit dieser Bezeichnung) ist eine kleine, wilde Welt mit wunderbaren Wanderwegen, Rieseneidechsen, hohen Kiefern und Feldern voller Wildblumen. Die Küste besteht meist aus felsigen, schroffen Abhängen und Kieselstränden. Diese sind nicht besonders gut zum Schwimmen, aber die Gewässer um La Restinga bieten mit das beste Gerätetauchen und Schnorcheln in der Inselgruppe. Ebenso wie La Gomera und La Palma ist El Hierro glücklich frei von der Kommerzialisierung, die über Teile von Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura hinweggezogen ist.

Lassen Sie sich nicht entgehen: Auch wenn Sie es versuchen, könnten Sie nicht den riesigen Krater übersehen, das Resultat eines gigantischen Erdrutsches vor Tausenden von Jahren. Der majestätische El Golfo dominiert den gesamten Nordwestteil der boomerangförmigen Insel El Hierro. Eine Wanderung durch das Tal bietet Blicke aus der Nähe auf windgepeitschte Wachholderbüsche (hier Sabinabäume genannt) und schaudern machende Aussichten auf den Atlantik.

Übernachtungsempfehlung: Das Parador Hotel El Hierro, verborgen zwischen riesigen Felsen und der See, ist ein vom Staat betriebenes Hotel mit einer fantastischen Lage an der Ostküste von El Hierro.

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