11 Fantastische Tagesausflüge Ab Tokio

Nachdem Sie sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Tokios angesehen und langsam genug vom Trubel der Großstadt haben, ist es an der Zeit, in einen Zug zu steigen und einen Tagesausflug zu unternehmen. Dank des leistungsfähigen Netzes von Japan Railway geht das ganz einfach: Es gibt erstaunlich viele Ausflugsziele in unmittelbarer Umgebung der Hauptstadt. Innerhalb kürzester Zeit können Sie in einer komplett anderen Umgebung sein und Tempelstädte, Töpferdörfer, Gärten im Zen-Stil, kleine Inseln und traumhafte Strände erkunden. Hier sind 11 reizvolle Tagesausflüge ab Tokio.

1. Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark

Treppe zum Mitsumine-Schrein. Mit freundlicher Genehmigung von WorldContributor/Wikimedia.

Naturfreunde und Outdoor-Fans zieht es zum Chichibu-Tama Nationalpark (nur 75 Meilen westlich von Tokio). Dort gibt es einzigartige Wandermöglichkeiten durch Flusstäler und Berglandschaften. Ein beliebter Aufstieg führt zum Gipfel des Kumotori. Mit 2.017 Metern ist das der höchste Berg im Großraum Tokio. An klaren Tagen kann man von hier aus den Fuji sehen. Eine weniger anstrengende, aber ebenso attraktive Wanderung führt auf den 1.100 Meter hohen Mitsumine hinauf. Der malerische Waldweg hinauf führt über eine Treppe zu einem alten Shinto-Schrein auf dem Gipfel des Berges.

Ein weiterer imposanter Anblick (der keine kräftezehrende Wanderung erfordert!) bietet sich im Hitsujiyama Flower Park mit dem hoch aufragenden Buko im Hintergrund. Hier blüht in jedem Frühling ein Meer von „Shibazakura“ (moss phlox), ein hinreißender Teppich aus rosa und weißen Blüten. Diesen Anblick kann man nur zwischen Ende April und Anfang Mai genießen, wenn die 1.000 Kirschbäume des Parks blühen und für ein grandioses Naturschauspiel sorgen.

2. Nikko

Toshogu-Schrein. Mit freundlicher Genehmigung von Fg2/Wikimedia.

Etwa 70 Meilen nördlich von Tokio liegt Nikko, ein UNESCO-Weltkulturerbe aus dem 17. Jahrhundert mit 103 Schreinen, Tempeln und anderen historischen Gebäuden. Der Komplex befindet sich in einem Nationalpark mit dichten Wäldern, Berglandschaften, Wasserfällen, Seen und heißen Quellen. Dies ist ein beliebter Tagesausflug für Bewohner Tokios, die dem geschäftigen Treiben der Stadt entfliehen und die einzigartige spirituelle Atmosphäre hier genießen möchten. Der prachtvoll geschmückte Toshogu-Schrein ist mit Holzschnitzereien und Blattgold verziert und stellt die beliebteste Sehenswürdigkeit hier dar. Es gibt aber auch andere faszinierende Sehenswürdigkeiten, beispielsweise die Shin-Kyo-Brücke, die mit leuchtend roter Farbe bemalt ist und einen rauschenden Bach überbrückt und den Kanmangafuchi-Abyss, einen Waldweg, der von einer kunstvollen Reihe von Jizo-Steinfiguren gesäumt ist, welche die Figur des Buddha als Mönch darstellen.

3. Kamakura

Buddhistische Statuen in Kamakura. Mit freundlicher Genehmigung von Chris 73/Wikimedia.

Diese kleine Küstenstadt war früher eine japanische Hauptstadt und ist berühmt für ihre riesige Bronzestatue des Großen Buddha von Kamakura (Kamakura Daibutsu) aus dem 15. Jahrhundert. Mit 13 Metern ist sie die zweithöchste Buddha-Statue Japans. Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit ist der gewaltige Tsurugaoka Hachiman-gu, Kamakuras größter Shinto-Schrein. Der ruhigere Jomyo-ji-Tempel ist wegen seines wunderschönen Gartens im Zen-Stil und des traditionellen Teehauses ebenfalls einen Besuch wert. Die vielen anderen buddhistischen Tempel, Schreine und Denkmäler der Stadt lassen sich dank des Mini-Eisenbahnsystems von Kamakura, das Besucher von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten bringt, mühelos erkunden. Kamakura liegt nur 60 Kilometer südwestlich vom Stadtzentrum Tokios entfernt. Somit ist das ein gemütlicher Tagesausflug.

4. Fuji

Blick vom Shojiko-See auf den Fuji. Mit freundlicher Genehmigung von Halfd/Wikimedia.

Der Fuji ist Japans berühmtestes Wahrzeichen und der höchste Berg mit einer Höhe von 3.776 Metern. Interessanterweise wurde dieser kegelförmige Vulkan 2013 von der UNESCO als Kulturerbe statt als Naturerbe ausgezeichnet, weil der Berg „seit Jahrhunderten Künstler und Dichter inspiriert und ein Wallfahrtsort ist“. 

Der Fuji liegt 100 Kilometer südwestlich von Tokio, also ist ein Tagesausflug dorthin durchaus machbar, aber wer den Berg erklimmen will, muss sich mehr Zeit nehmen und die Besteigung sorgfältig planen. Der Aufstieg ist allerdings recht anspruchsvoll und die Klettersaison beschränkt sich lediglich auf die Monate Juli und August, wobei die meisten Bergsteiger den Aufstieg nachts angehen, um den Gipfel rechtzeitig zum Sonnenaufgang zu erreichen. 

Außerhalb der Klettersaison stellen die malerischen Seen am Fuße des Fuji den perfekten Aussichtspunkt dar, um den majestätischen Berg zu bewundern. Viele Besucher statten auch dem 400 Jahre alten Fujiyoshida Sengen-Schrein in einem dichten Wald an der Nordseite des Berges einen Besuch ab. Hier beten die Wanderer traditionell, bevor sie durch das hölzerne „Torii“-Tor gehen und den Aufstieg beginnen.

5. Enoshima

Sonnenuntergang auf Enoshima. Mit freundlicher Genehmigung von Abendstrom/Wikimedia.

Diese winzige, 3,9 Quadratkilometer große Insel liegt 58 Kilometer südwestlich von Tokio. Man kann sie zu Fuß oder mit dem Auto über einen Damm erreichen, der sie mit dem Festland verbindet. Einmal auf der Insel angekommen werden Besucher erwartet von Stränden, heißen Quellen, einem botanischen Garten und den Iwaya-Höhlen, in denen sich Buddha-Statuen und ein mythischer Drache unter der Erde verstecken. Ein Aufstieg auf den Leuchtturm Sea Candle belohnt Besucher mit einem Panoramablick auf die Insel. Ein weiterer Pflichtbesuch ist der Enoshima-Schrein, der Benzaiten gewidmet ist, der buddhistischen Göttin der Musik. Eine beliebte lokale Delikatesse der Insel ist „Shirasudon“: Reis mit einem winzigen, wurmartigen, weißen Fisch namens „Shirasu“.

6. Narita

Eine Straße in Narita. Mit freundlicher Genehmigung von CGP/Wikimedia.

Die meisten Japanreisenden kennen Narita als Standort eines der größten internationalen Flughäfen Tokios. Es liegt etwa 61 Kilometer östlich vom Stadtzentrum Tokios entfernt. Aber Narita ist auch für sich aufgrund seiner vielen atmosphärischen Tempel und den malerischen Straßen mit traditionellen Gebäuden einen Abstecher wert. Der Flughafen organisiert sogar Ausflüge für Fluggäste während eines Zwischenstopps, darunter eine zwei- oder dreistündige Führung durch die Gegend.

Ein Muss ist der 1.000 Jahre alte Shinshoji-Tempel von Narita, der sich in einem weitläufigen und ruhigen Gelände voller mehrgeschossiger Pagoden befindet. Hier wird jeden Tag ein „Goma“-Feuerritual durchgeführt, bei dem den Göttern Gebete und Gesänge dargebracht werden. Ein Highlight ist das Freilichtmuseum im nahegelegenen Boso no Mura, einem Nachbau eines Dorfes aus der Edo-Zeit (17. bis 19. Jahrhundert), das aus traditionellen Kaufmannshäusern und Werkstätten besteht, in denen regionale Handwerkskunst ausgestellt wird. 

7. Izu-Halbinsel

Einer der Strände von Izu. Mit freundlicher Genehmigung von Saigen Jiro/Wikimedia.

Die Izu-Halbinsel ist dank des milden Klimas dieser Küstenregion, der vielen Strände und heißen Quellen ein beliebtes Urlaubsziel. Die Städte Atami, Shuzenji und Ito sind bekannt für ihre „Onsen“-Resorts, wo Ortsansässige gerne in den natürlichen heißen Quellen schwimmen und dabei die Meeresluft und die Berglandschaft genießen. Die Ostküste der Halbinsel lockt Strandliebhaber und Surfer, während die zerklüftete Westküste bei Wanderern beliebt ist, die von hier aus die beeindruckende Aussicht auf den Fuji genießen möchten. Dank einer Entfernung von nur 160 Kilometern zu Tokio lockt die Izu-Halbinsel viele Wochenendurlauber an.

8. Mashiko

Töpferöfen in Mashiko. Mit freundlicher Genehmigung von Patrick.charpiat/Wikimedia.

Das bezaubernde, ländliche Mashiko ist ein Synonym für Keramik. Hier arbeitet eine Gemeinschaft von Töpfern an ihren Rädern und erschafft die berühmte Keramik-Kunst namens Mashiko-yaki. Sie wird in den riesigen Öfen gebrannt, die von außerhalb der vielen Werkstätten der Stadt zu sehen sind. Geschäfte, in denen man die Keramikwaren kaufen kann sowie Galerien und Museen, in denen lokales Kunsthandwerk ausgestellt ist, säumen die Hauptstraße der Stadt. Im Mashiko Museum für Keramikkunst können sich Besucher sogar selbst am Rad versuchen. Am meisten ist in der Stadt während der halbjährlichen Keramikmesse los, die hier immer im Mai und November stattfindet. Dank der Entfernung von nur 138 Kilometern nach Tokio kann man einen gemütlichen Tagesausflug nach Mashiko unternehmen.

9. Kawagoe

Süßwarenmeile in Kawagoe. Mit freundlicher Genehmigung von At by At/Wikimedia.

In einer Entfernung von nur 52 Kilometern nordwestlich von Tokio liegt Kawagoe, eine ehemalige Festungsstadt aus der Edo-Zeit. Die Speicherstadt sollte man sich nicht entgehen lassen, denn hier gibt es viele schöne Beispiele historischer Lagerhäuser aus Lehm und traditionelle Kaufmannshäuser mit geneigten Dächern und glasierten Keramikziegeln. Die enge „Süßwarenmeile“ (Candy Alley) ist immer voller Kunden. Dort werden traditionelle japanische Süßigkeiten wie frittierte „Karinto-Biskuits“ mit Zuckerglasur, kleine Kuchen aus roter Bohnenpaste und Süßkartoffeln sowie aromatisierte Reiswaffeln angeboten.

Die meistbesuchte Attraktion von Kawagoe ist der buddhistische Kitain-Tempel, der auf den Trümmern einer Burg aus der Edo-Zeit erbaut wurde – die einzigen noch existierenden Überreste der vielen ehemaligen Burgen der Stadt. In einem kleinen Hof auf dem Tempelgelände befinden sich 540 Steinfiguren, welche die „Gohyaku Rakan“ darstellen, die Schüler Buddhas. Jede Figur hat einen anderen Gesichtsausdruck: Einige lachen oder blicken finster drein, während andere schmollen oder weinen.

10. Kawasaki

Traditionelle Häuser im Nihon Minka-en Freilichtmuseum. Mit freundlicher Genehmigung von Fg2/Wikimedia.

19 Kilometer südwestlich von Tokio liegt Kawasaki, in erster Linie eine Industriestadt, die Besuchern auch einen Eindruck vom traditionellen Japan und der rustikalen Architektur vergangener Zeiten vermittelt. Hier befindet sich Nihon Minka-en, ein Freilichtmuseum mit einer Auswahl von 25 traditionellen japanischen Gebäuden und Häusern aus der Edo-Zeit. Diese wurden aus dem ganzen Land hierher gebracht und hier wieder aufgebaut, wobei das älteste Gebäude aus dem Jahr 1688 stammt. Besucher können aufwendig restaurierte Exemplare von traditionellen Bauernhöfen, Kaufmannshäusern, Samurai-Wohnungen, einer Wassermühle, einem Shinto-Schrein und sogar einer Kabuki-Bühne besichtigen. 

Kawasaki ist auch für eines der skurrilsten japanischen Festivals bekannt. Jeden April findet hier das „Kanamara Matsuri“ statt, auch bekannt als das „Fest des Eisernen Phallus“. Dabei handelt es sich um ein eintägiges Fest zur Feier der Fruchtbarkeit, bei dem riesige Penisse durch die Straßen der Stadt bis zum örtlichen Kanayama-Schrein getragen werden, wo die Gläubigen um Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, höhere Fruchtbarkeit, lange währende Ehen und gesunde Neugeborene bitten.

11. Mito

 Kairakuen-Gärten. Mit freundlicher Genehmigung von Lukas/Wikimedia.

Eine Reise nach Japan ist ohne den Besuch eines atmosphärischen Gartens im Zen-Stil nicht komplett. Einer der drei berühmtesten Gärten des Landes befindet sich in Mito, nur 119 Kilometer vom Zentrum Tokios entfernt. Die Kairakuen-Gärten (das bedeutet „ein Garten, an dem man sich gemeinsam erfreuen kann“) wurden im Jahr 1842 zum ersten Mal bepflanzt und erstrecken über eine Fläche von 7 Hektar mit Bambushainen, duftenden Zedern und 3.000 „ume“ Pflaumenbäumen. Diese blühen Ende Februar und Anfang März, bilden leuchtende Kronen mit weißen, rosa und roten Blüten aus und ziehen viele Besucher an.

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