10 wichtige Dinge, die Sie wissen sollten, bevor Sie Italien besuchen

Kolosseum/Oyster

Viele wollen wenigstens einmal in ihrem Leben nach Italien reisen, und das aus einem „bene“ Grund. Das südeuropäische Land am Mittelmeer zählt zur Weltspitze, was seine Küche, Architektur, Mode und Kunst betrifft. Die Sprache, die Menschen und der Vino begeistern Italien-Liebhaber seit Jahrhunderten und ziehen immer neue Besucher an. Gleichwohl ist Italien ein vielschichtiges Land, dessen Sitten und Gebräuche sich stark von dem unterscheiden, was man vielleicht aus dem Film „Unter der Sonne der Toskana“ oder aus dem gleichnamigen Buch kennt. Lesen Sie weiter – wir haben 10 wichtige Tipps für Sie, bevor Sie nach Italien fahren. 

1. Das Abendessen beginnt um 19:30 Uhr (oder wann auch immer).

Die Italiener essen zwar nicht so spät zu Abend wie die Spanier, aber es ist nicht unüblich, dass Restaurants etwas länger geöffnet haben, als wir es von den Vereinigten Staaten her gewohnt sind. Viele Restaurants (vor allem abseits der Touristenzentren) öffnen nicht vor 18 oder 19 Uhr. Die Gastwirte nehmen es mit den Öffnungszeiten häufig nicht so genau, sie öffnen und schließen, wann ihnen danach ist. Nicht selten schließt ein Restaurant für drei Tage, wenn der Inhaber seine Verwandten in Neapel besucht. 

2. Bestellen Sie in Florenz keine Pizza!

Ja, natürlich bekommt man in Florenz gute Pizza. Amerikaner betrachten die italienische Küche gern als eine Einheit – Spaghetti mit Fleischbällchen, Pizza, Risotto usw. Dabei besteht Italien aus 20 Regionen, und jede hat ihre eigene leckere Spezialität, die mit mithilfe regionaler Methoden und Zutaten hergestellt wird. Die Menschen in diesem Land haben eine klare Meinung darüber, welche Pastaform am besten zu welcher Sauce passt. Für das absolut echte Pizza-Erlebnis muss man dorthin reisen, wo die Pizza Margherita erfunden wurde: nach Neapel. Die Lombardei ist berühmt für ihr Risotto, Bologna hat den besten Parmigiano Reggiano, Sizilien die Cannoli. Den besten Limoncello gibt es an der Amalfiküste, und Rom ist für seine Spaghetti alla carbonara bekannt. Einer der größten Trümpfe, die Italien hat, ist die Esskultur. Und die soll man sowohl genießen als auch ernst nehmen.  

3. Lassen Sie sich nicht die Kunst entgehen.

San Giovanni/Oyster

Wenn man nach Italien reist, wird man schnell von antiken Ruinen, den Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten abgelenkt. Es wäre ein großer Fehler, wenn Sie sich die Kunstlandschaft mit Werken von der Renaissance bis zur Moderne entgehen lassen würden. Mehr als 100 Kunstgalerien gibt es allein im Vatikan, von Michelangelos Deckenmalereien in der Sixtinischen Kapelle gar nicht erst zu reden. Die Peggy Guggenheim Collection in Venedig hat eine umfangreiche Sammlung moderner Kunst von Picasso und Magritte. Oft kopiert, aber nie erreicht: Botticellis „Geburt der Venus“ hängt in den Uffizien in Florenz

4. Halten Sie im Vatikan Ihren Körper bedeckt.

Vatikanstadt/Oyster

Ob Sie die Politik der katholischen Kirche gutheißen oder nicht: Sie müssen Respekt zeigen, wenn Sie die vatikanischen Museen, die Sixtinische Kapelle, den Petersdom und die Vatikanischen Gärten besichtigen wollen. Besucher müssen sich an eine strenge Kleiderordnung halten. Nicht erlaubt sind tiefe Ausschnitte, ärmellose Oberteile, kurze Hosen, Miniröcke und Mützen. Die Schultern und die Knie müssen grundsätzlich bedeckt sein. Außerdem verboten: Selfie-Stangen. 

5. Cappuccino nach dem Frühstück ist nicht erlaubt.

Beachten Sie: In Italien gibt es viele Gebräuche und Ansichten rund ums Essen. Und eine große Sache ist, dass der Cappuccino – wie jedes andere Kaffeegetränk mit Milch – für den Morgen gedacht ist und man ihn niemals nach einer Mahlzeit trinken darf. Italiener trinken warme Milch nicht gern auf vollen Magen. Natürlich dürfen Sie bestellen, was Sie wollen, aber Sie müssen damit rechnen, dass man Sie schräg anguckt und Ihnen einen kleinen Vortrag zum Thema Verdauung hält. Espresso geht immer, zu jeder Tageszeit. 

6. Ein Tag in Venedig ist genug.

Venedig/Oyster

Manch einer mag es frevelhaft finden, nur einen einzigen Tag in der angeblich romantischsten Stadt der Welt zu verbringen. Doch lassen Sie uns ausreden. Wir sagen nicht, dass Sie Venedig komplett ausfallen lassen sollen. Aber ein Tag oder zwei dürften mehr als genug sein, um das Flair der schwimmenden Stadt in sich aufzunehmen und auf dem malerischen Markusplatz etwas Gelato zu essen. Im Sommer sind die Kosten hoch und die Menschenmassen gewaltig. Ein Besuch im Winter ist angesichts kalter und saisonweise geschlossener Hotels und Restaurants eine besondere Herausforderung. 

7. Die U-Bahn ist eine komplizierte Angelegenheit.

Rom hat seit den 50er-Jahren eine U-Bahn. Heute gibt es auf drei Linien insgesamt 73 Stationen. Viele Besucher sparen eine Menge Geld, indem sie in günstigeren Hotels außerhalb der Stadt wohnen und mit dem Zug zu den Sehenswürdigkeiten im Zentrum fahren. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten, bevor man in einen Zug steigt. Erstens: Rom wird oft von Streiks geplagt, die U-Bahn fährt dann zeitweise nicht. Behalten Sie deshalb die Nachrichten im Auge. Zweitens: Es reicht nicht, einen Fahrschein zu kaufen. Man muss ihn an einem Apparat entwerten, bevor man den Zug besteigt. Drittens: Kinder unter 10 Jahren dürfen in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos mit der U-Bahn fahren und brauchen keinen Fahrschein. 

8. Toiletten sind reichlich vorhanden.

Eine Sache, von der wir wünschten, dass andere Städte sie übernehmen würden, ist das komfortable System öffentlicher Toiletten, die man in ganz Italien findet. Für einen Euro finden Besucher Erleichterung, ohne sich im Restaurant als Gast ausgeben zu müssen. Die WCs sind mit Personal besetzt, werden regelmäßig gereinigt und sind mit Toilettenpapier und Waschbecken ausgestattet. Das ist eine sehr zivilisierte Art, mit einem sehr menschlichen Bedürfnis umzugehen. 

9. Geben Sie im Restaurant kein Trinkgeld!

Die Champagner- und Austernbar „Le Sirenuse“ im Hotel Le Sirenuse/Oyster

In den Restaurants wird kein Trinkgeld erwartet, denn die Bedienung bekommt in der Regel ein faires Gehalt. Oft ist sie Mitglied der Familie, der das Restaurant gehört. Dafür stehen auf der Rechnung meistens ungewöhnliche Gebühren. Der „Coperto“ sorgt bei amerikanischen Gästen für die größte Verwirrung – er ist im Prinzip eine Pro-Kopf-Gebühr für das Platznehmen am Tisch. Die Höhe der Gebühr muss auf der Speisekarte oder im Restaurant aufgeführt sein. Bei größeren Gruppen kommt schnell einiges an Coperto zusammen. In den meisten Touristengegenden Italiens findet man die „Servizio“-Gebühr. Auch sie muss laut Gesetz gut sichtbar ausgewiesen sein, zum Beispiel auf der Speisekarte. Der Servizio kann zwischen 10 und 20 Prozent der Rechnungssumme betragen und kommt nicht zwangsläufig dem Personal zugute. 

10. Gönnen Sie sich einen zusätzlichen Tag.

Garten im Hotel Belvedere Bellagio/Oyster

Ganz gleich, ob Sie eine Kreuzfahrt entlang der Amalfiküste machen, Kathedralen in Rom oder Weinkeller in Florenz besichtigen, Haute Couture in Mailand kaufen, vor der Küste Siziliens schwimmen oder Prominente am Comer See beobachten: Gönnen Sie sich in Italien einen zusätzlichen Tag. Vertrauen Sie uns. In Italien, einem der reizendsten Länder Europas, gibt es innerhalb von 24 Stunden mehr als genug zu sehen und zu unternehmen. 

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