6 der malerischsten Zugreisen in Europa

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Europa ist für Zugreisen bekannt: Umfassende Bahnstrecken verbinden nicht nur Hauptstädte, sondern auch einige der entferntesten Bergdörfer miteinander. Vom Komfort und Umweltgedanken, die modernes Zugreisen mit sich bringen, abgesehen, verlaufen die Schienen in einigen der unzugänglichsten – und schönsten – Regionen Europas und gewähren den ganzen Weg entlang ungestörte Aussichten (natürlich von gelegentlichen Tunnel abgesehen). Wir haben eine Liste von Zugreisen zusammengestellt, die praktisch jeweils als eigenständiger Urlaub angesehen werden können, jedoch auch einige der charmantesten Kleinstädte, antiken Städte und atemberaubenden Landschaften miteinander verbinden. 

1. Glasgow nach Mallaig, Schottland

Michael D Beckwith/Flickr

Diese Route der West Highland Railway durchquert einige der entlegensten Gegenden Großbritanniens und bietet auf der etwa fünfstündigen Fahrt spektakuläre Ausblicke. Wenn Sie die Harry-Potter-Filme gesehen haben, werden Sie Teile dieser Fahrt, insbesondere das Glenfinnan-Viadukt, wahrscheinlich aus Aufnahmen des Hogwarts Express wiedererkennen. Dieser erhöhte Streckenteil mit 21 Bögen überquert den Fluss Finnan und gewährt den Blick auf Loch Shiel. Fahrkarten für die Reise können - insbesondere in den Sommermonaten - weit im Voraus ausgebucht sein, so dass Sie entsprechend planen sollten.  

Mailaig ist ein bescheidenes Dörfchen an der Westküste Schottlands. Auch wenn es ein paar Pubs und Gasthäuser bietet, kommen viele Besucher hierher, um die kurze Fahrt mit der Fähre zur Isle of Skye in Anspruch zu nehmen. Die Naturlandschaft von Skye ist außergewöhnlich, einschließlich unglaublicher Felsformationen, imposanter Gipfel, bezaubernder Lochs (Seen) und dramatischer Küsten. Auf der zweitgrößten Insel Schottlands gibt es zahlreiche Gelegenheiten, um abseits - in der beeindruckenden schottischen Wildnis - ein wenig Einsamkeit zu genießen. Falls dies etwas einschüchternd klingt: Eine Autoreise an Skyes Küstenstraßen entlang bietet jede Menge landschaftliche Eindrücke, und danach wartet ein gemütlicher Pub auf Sie. 

2. Von Oslo nach Bergen, Norwegen

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Die Bergensbanen-Linie verbindet die größten Städte Norwegens über eine 500 Kilometer lange Strecke durch einige der Furcht einflössendsten Berglandschaften des Landes. Glücklicherweise können sich die Passagiere bei der Überquerung von Europas größtem Hochplateau, Hardangervidda, auf die norwegische Technik verlassen. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie diese siebenstündige Reise durch malerische Dörfer, dichte Wälder und zerklüftete Berge auf dem Weg zu einer der hippsten Städte Norwegens. 

In den Reiseplänen wird Oslo häufig von Norwegens hinreißenden Fjorden überschattet. Obwohl die Stadt aus architektonischer Sicht nicht so berühmt ist wie Stockholm oder Copenhagen, beherbergt sie ein beeindruckendes Opernhaus, wo sich viele der Einheimischen an einem schönen warmen Tag aufhalten. Eine weitere einzigartige Sehenswürdigkeit ist die Skisprungschanze Holmenkollen, die bei zahlreichen Wettkämpfen genutzt wurde - so auch bei den Olympischen Winterspielen 1952. Weitere Highlights sind das Munch-Museum mit Gemälden des berühmten norwegischen Malers Edward Munch und die Erkundung des trendigen Viertels Grünerløkka mit seinen Cafés, Bars und Boutiquen.

Das wunderschöne Bergen befindet sich inmitten eines Labyrinths aus Fjorden und Inseln, die an die Nordsee grenzen. Obwohl es unzählige Wandermöglichkeiten in den umliegenden Fjorden gibt, finden Sie ein paar hervorragende Wanderwege, die aus der Stadt hinausführen. Die gemütlichere Option ist die Fahrt mit der Fløibanen-Seilbahn auf den Fløyen-Berg für einen erstklassigen Blick auf die Stadt. Bergens Hauptattraktion ist Bryggen, eine Sammlung von Holzhäusern, die zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurden. Diese Reihe bunt bemalter Holzkonstruktionen überlebte mehrere Brände in der Stadt, die in Anbetracht dessen, dass alles aus Holz bestand, tragischerweise an der Tagesordnung waren. Ein Spaziergang zwischen den Gebäuden, in denen heute Restaurants und Geschäfte untergebracht sind, bietet einen Einblick in Bergens Vergangenheit. 

3. Der Glacier Express: Zermatt nach St. Moritz, Schweitz

Gabriel Garcia Marengo/Flickr

Diese beeindruckende Ingenieurleistung umfasst 291 Brücken und 91 Tunnel durch die Schweizer Alpen. Ein wesentlicher Teil der rund achtstündigen Fahrt kreuzt die Rhätische Bahn, die für die herausragenden Ingenieursleistungen bei der Harmonisierung der Eisenbahn mit der Alpenlandschaft von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Auf dem Weg können die Passagiere die Rheinschlucht, den „Grand Canyon der Schweiz", und den Oberalppass bewundern. 

St. Moritz ist ein Ferienort der Oberklasse. Die Beliebtheit der Stadt lässt sich auf die günstige Lage an einem See im Herzen des Schweizer Skigebiets zurückzuführen – St. Moritz war immerhin zweimal Gastgeber der Olympischen Winterspiele. Möglichkeiten zum Wandern sind mit mehr als 580 Kilometern Wanderwegen in der Umgebung ebenfalls zahlreich vorhanden. Auch wenn die namhaften Designerläden und Après-Ski-Cocktails nicht Ihr Ding sind, ist die natürliche Schönheit von St. Moritz den Preis wert.

Zermatts Ruhm ruht auf dem direkten Blick auf das den Ort überragende Matterhorn. Ebenso wie Sankt Moritz, ist auch Zermatt nichts für Billigreisen. Dieses autofreie Dorf ist jedoch aufgrund der alpinen Kulisse und des Zugangs zu Skifahren und Bergsteigen der Weltklasse nach wie vor beliebt. Der Aufstieg auf das Matterhorn ist den Extremsportlern vorbehalten, doch es gibt zahlreiche andere Höhenwanderungen für alle Schwierigkeitsgrade. Das Breithorn nebenan bietet der einfachsten Aufstieg unter den Gipfeln mit mehr als 4.000 Metern Höhe. Alle, die sich in dieser Höhe aufhalten, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und es langsam angehen, um Höhenkrankheit zu vermeiden.

4. Offenburg nach Konstanz, Deutschland

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Auf ihrem 150 km langen Weg durch den deutschen Schwarzwald garantiert diese Reise herrliche Ausblicke auf die Märchenregion. Vom Kinzig in Offenburg aus führt die Route durch ausgedehnte Weinberge, bis sich das Tal verengt. Von hier aus navigiert die Eisenbahn eine Reihe von Schleifen und Tunneln. Nach der Abfahrt durch die bergige Landschaft folgt der Zug der Donau bis zum Tiefland und endet schließlich in Konstanz am See. 

Viele Menschen verbinden Deutschland mit Bier, doch Offenburg ist bekannt für seine Nähe zur Weinregion Oretanu, den ihr Riesling berühmt gemacht hat. Die kleine Stadt wartet auch mit einer Handvoll Schlösser auf, aber die Fachwerkdörfer im Schwarzwald nebenan sind der Hauptanziehungspunkt. Im Norden liegt Baden-Baden, ein Luxuskurbadeort, wo Sie inmitten von auffälliger Belle-Époque-Architektur entspannen können. Im Schwarzwald lädt Sie das idyllische Triberg an einem der höchsten Wasserfälle Deutschlands zum Wandern ein. 

Die beeindruckende Lage von Konstanz am Ufer des malerischen Bodensees und von den Alpen umrahmt zieht seit Jahrhunderten Besucher an. Die blühenden Kultur- und Nachtlebenszene, die die sich in der Stadt dank zahlreicher Galerien und einer großen Universität entwickelt hat, macht Konstanz darüber hinaus einen längeren Besuch wert. An einem klaren, sonnigen Tag sind die Ufer des Konstanzer Sees voller Leben. Konstanz entging im Zweiten Weltkrieg glücklicherweise den Bombenangriffen, so dass die engen Gassen, die die Altstadt durchziehen, sich ihren alten Charme erhalten haben. 

5. Levanto nach La Spezia, Italien

Strand am Hotel Baia/Oyster

Auf der Reise entlang Italiens nordwestliche Küste führt diese Reise die Passagiere in Ligurien an einem der berühmtesten Reiseziele Italiens vorbei: Cinque Terre. Diese fünf hinreißenden, durch und durch italienischen Dörfer sind durch diese nur 40-minütige Fahrt miteinander verbunden. Die Dörfer verbinden zudem ausgezeichnete Wanderwege, so dass man leicht aus dem Zug aussteigen und zum nächsten Dorf wandern kann, um den Zug dort wieder aufzunehmen. Jeder einzelne der Orte ist mit feiner italienischer Küche und der Chance, im verlockend blauen Mittelmeer zu schwimmen, gut ausgestattet. 

Obgleich es viele Besucher in die Dörfer von Cinque Terre zieht, haben auch Levanto und La Spezia jede Menge zu bieten. Vielleicht nehmen Sie sich einen Tag Zeit, um die Piazzas und mittelalterlichen Stätten dieser Küstenstädte zu erkunden. Die fünf Dörfer der Cinque Terre werden dem Hype jedoch tatsächlich gerecht und verdienen mehrere Tage, um die Atmosphäre richtig aufzusaugen. Malerische pastellfarbene Häuser, die von engen Gassen durchzogen sind, die über die dramatischen, felsigen Klippen zum Mittelmeer hinab führen. Es ist ein großartiges Reiseziel für Aktivität und Entspannung gleichermaßen. Wie man sich vorstellen kann, ist der Charme von Cinque Terre nicht unbemerkt geblieben, was man an den beträchtlichen Menschenmengen in den Sommermonaten sieht. Daher ist es ratsam, Ihren Besuch für den Herbst oder Frühling zu planen, um den schlimmsten Massen zu entfliehen.

6. Mostar nach Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

csw27/Flickr

Diese Route wurde nach mehreren Jahren Schließung in diesem Sommer wieder eröffnet. Nutzen Sie also die neue und hoffentlich verbesserte Verbindung. Den bosnischen Eisenbahnen und Zügen fehlt es zwar an der Effizienz und Schnelligkeit des französischen TGV, aber die Berglandschaft zwischen diesen alten Städten ist das Bummeltempo durchaus wert. Die Dinarischen Alpen, in denen Bären, Wölfe und sprudelnde Wasserfälle beheimatet sind, gehören zu den schroffsten Landschaften Europas. 

Das Kronjuwel der Altstadt von Mostar, die unverkennbare Brücke Stari Most, überspannt das saphirblaue, tosende Wasser des Flusses Neretva. Einheimische Männer und gelegentlich auch ein töricht mutiger Tourist springen von der Brücke 20 Meter tief in den Fluss. Die Einheimischen lassen es einfach aussehen, aber als Vorsichtsmaßnahme befinden sich immer Schwimmer unten am Flussufer für den Fall, dass ein Taucher nicht sofort an die Oberfläche kommt. Für einen gemäßigteren Badeplatz verlassen Sie die Stadt in Richtung des Kravica-Wasserfalls – einem wunderschönen, bogenförmigen Wasserfall, der über zerklüftete Kalksteinklippen herabstürzt. Während der Hitze des bosnischen Sommers ist sie großartige Zuflucht. 

Die bosnische Hauptstadt Sarajevo besitzt eine der charmantesten und ungewöhnlichsten Altstädte Europas. Bei einem Spaziergang entlang der Pflasterstraßen gehen Besucher an Kirchen, Moscheen und einer Synagoge vorbei – alle in diesem kompakten Stadtteil. Zwischen diesen alten Gebäuden sind die Straßen von zahlreichen Cafés gesäumt, die bosnischen Kaffee und andere lokale Delikatessen servieren. Ein Besuch in Sarajevo ist nicht vollständig ohne den Besuch der Handwerksmärkte in Baščaršija und ohne sich im Historischen Museum von Bosnien und Herzegowina über den Konflikt der jüngsten Vergangenheit zu informieren. Für einen Tagesausflug aus der Stadt hinaus mieten Sie ein Taxi und besuchen Sie die verlassenen Bobbahnen. Obgleich nur die Betonschale übrig ist, sind die Schienen mit Graffiti-Kunst verziert und dienen als erhöhter Gehweg durch den Wald. Achten Sie jedoch darauf, auf dem Weg zu bleiben, da ein Teil des Gebiets in den 1990er Jahren während des Bürgerkriegs mit Landminen belegt wurde. 

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