Der ultimative Reiseführer für die skandinavischen Hauptstädte

Die skandinavischen Länder Nordeuropas gehören zu den teuersten Wohnorten und Reisezielen in Europa. Trotzdem locken Billigfluglinien wie WOW, Icelandair und Norwegian viele internationale Reisende mit günstigen Zwischenstopps und Anschlussflügen über den Atlantik. Beliebte Reiserouten übersehen oft die Hauptstädte zu Gunsten der Naturwunder des Landes oder einer Chance, die Polarlichter zu sehen. Sehen Sie sich an, warum diese fünf skandinavischen Hauptstädte einen eigenen Trip wert sind. 

Kopenhagen, Dänemark

Kopenhagen/Oyster

Kopenhagen, das für seine belebten Radwege und minimalistisches Design bekannt ist, ist eine der angesagtesten Metropolen Europas. Die Designgeschäfte, Boutiquen und Cafés von Kopenhagen bieten einige der stylishsten Designs der Welt gepaart mit einer unprätentiösen Boheme-Atmosphäre. 

Die dänische Küche ist viel dynamischer, als es Außenstehende vermuten würden. Sogar einfache Speisen wie Smørrebrød, was wortwörtlich "Butterbrot" bedeutet, können mit Garnelen, Räucherlachs, Käse und einer Vielzahl anderer leckerer Optionen belegt werden. In der etwas teueren Sparte bietet Kopenhagen 15 Restaurants mit Michelin-Stern. Eines der prominenteren ist das Noma mit zwei Sternen. Seit 2010 wurde es vom Restaurant Magazine viermal als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet. Besonders im Stadtviertel Vesterbro gibt es viele malerische Cafés, die das Budget nicht sprengen.

Von Kaffeepausen bis Plunderteilchen, es gibt viele Möglichkeiten, einen längeren Aufenthalt in Kopenhagen zu füllen. Für eine Kostprobe der alternativen Szene sollten Sie nach Christiana fahren, eine selbstregierende Wohnenklave, die am besten für ihre Straßenkunst und Cannabis bekannt ist. Außerdem gibt es zahlreiche Cafés, musikalische Veranstaltungsorte und natürlich einen schönen See und ein paar Baumhäuser zum Abhöngen. Auf der anderen Seite des Spektrums liegt das Schloss Amalienborg, das der dänischen Königsfamilie als Residenz dient. Die Anlage sowie der nahegelegene Königsgarten können besichtigt werden. Auch Kopenhagens Kunstszene blüht mit weltberühmten Sammlungen in der Dänischen Nationalgalerie und dem Louisiana Museum of Modern Art in unmittelbarer Nähe der Stadt und natürlich zahlreichen unabhängigen Galerien in der Stadt.

Die kompakte Stadt erkundet man am besten mit dem Fahrrad -- Besucher brauchen nicht lange, um zu diesem Schluss zu kommen. Kopenhagen wurde mit Bedacht auf nachhaltiges Leben geplant, tun Sie es also den Dänen gleich und wechseln Sie auf zwei Räder. Donkey Republic hat an über 100 Orten in ganz Kopenhagen Fahrräder stehen, die benutzt werden können, nachdem man die mobile App heruntergeladen und sich angemeldet hat. Eine weitere Option, Bycklen, ist ganzjährig rund um die Uhr verfügbar und kann in der Stadt genutzt werden, nachdem man einen Online-Account erstellt hat. Diese Elektrofahrräder sind sogar mit einem Navigationsgerät mit Touchscreen ausgestattet, um Ihnen dabei zu helfen, zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zu kommen!

Ein Luxushotel der Wahl:

Helsinki, Finnland

Sami C/Flickr

Helsinki wird nicht so hoch gelobt wie die anderen Städte auf dieser Liste, trotzdem hat diese überschaubare Hauptstadt eine ganz einzigartige Atmosphäre. Neben dem lutherischen Dom, einer riesigen Kathedrale mit Kuppeldach, die als Helsinkis inoffizielles Wahrzeichen dient, mag es vielleicht nicht viele Sehenswürdigkeiten geben, aber das ist Teil des Charmes der Stadt. 

Finnland rühmt sich der höchsten Anzahl an Saunas pro Kopf, insgesamt kommt etwa eine Sauna auf zwei Peronen, was bedeutet, dass es über 2,5 Millionen Saunas für gerade einmal 5,5 Millionen Menschen gibt. Die meisten Finnen bevorzugen es, abwechselnd in die Sauna und in einen der tausenden eiskalten Seen des Landes zu gehen. Das tut man am besten auf dem Land. Auch wenn man mit einer kurzen Zugfahrt ganz einfach in die Wildnis gelangt, bietet auch Helsinki Sauna-Optionen. An Stelle des von Kiefern gesäumten Sees müssen Sie allerdings mit Helsinkis Hafen Vorlieb nehmen. In der Original SkySauna gibt es Damen- und Herren-Saunas sowie zwei beheizte und ein vom Hafen gespeistes Schwimmbecken. Zusätzlich gibt es eine Dachterrassenbar, die bis auf den letzten Platz besetzt ist, wann immer sich ein Sonnenstrahl zeigt. Ein anderes einzigartiges Saunaerlebnis erwartet Sie auf der SummerSauna, einer Fähre mit einer Sauna für bis zu zehn Personen.  

Tausende Inseln befinden sich in Finnlands Seen und vor der Küste, von denen mehrere über kurze Fährfahrten mit Helsinki verbunden sind. Die bekannteste ist Suomenlinna, eine einst mächtige Seefestung in der Ostsee, die im 18. Jahrhundert unter schwedischer Vorherrschaft errichtet wurde. Im frühen 19. Jahrhundert trat Schweden die Festung an Finnland ab, das sich kurz darauf den russischen Streitkräften ergab. Die solide Anlage ist für Tagestouristen geöffnet und wird von einer kleinen Gruppe bestehend aus Bohemiens und Künstlern bewohnt.

Trotz durchschnittlicher Sommertemperaturen von unter 20 Grad, nutzen die Einwohner von Helsinki die Vorteile der lange Sommertage, was normalerweise bedeutet, in der frischen Ostsee zu schwimmen. Die Insel Pihlajasaari ist bei den Einheimischen recht beliebt und den meisten Touristen unbekannt, aber ein Glas Karhu-Bier an ihrem weißen Sandstrand ist eine super Gelegenheit für einen Trip außerhalb der Stadt. 

Ein Luxushotel der Wahl:

Oslo, Norwegen

VisitOSLO/Flickr

Auch wenn viele Reisende es kaum abwarten können, die wundervollen Fjorde Norwegens zu sehen, spricht einiges für Oslo. Oslo empfängt weniger Besucher als Kopenhagen und Stockholm, was großartig ist für diejenigen, die sich die Zeit nehmen, Skandinaviens entlegenste Hauptstadt zu erkunden. 

Um einen Blick auf die großartige Kunstszene der Stadt zu werfen, begeben Sie sich zum Astrup Fearnley Museet, einem frappierend modernen segelähnlichen Gebäude, das über dem Oslofjord schwebt und eine eindrucksvolle Sammlung von Gegenwartskunst beherbergt. Halten Sie Ausschau nach dem Rod Bianco, einer innovativen Galerie, die das Werk gängiger und weniger bekannter Künstler ausstellt. Bevor Oslo zum modernen Kunst- und Design-Mekka wurde, brachten die beeindruckenden Werke von Edvard Munch der Stadt Aufmerksamkeit. Seine Werke kann man sowohl im Munch Museum als auch in der Nationalgalerie bewundern.

Um Oslo richtig zu erkunden, ist es unerlässlich, in die blühende Café-Kultur einzutauchen und einige der wegweisenden Küchen der Stadt zu testen. Grünerløkka, wohl das künstlerischste Viertel von Oslo, ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt. Das kreative Pjoltergeist, einst eine Kneipe, kombiniert isländische, koreanische und norwegische Zutaten und Techniken in seinen Speisen. Eine weitere Option, das Bass, bietet an seiner trendigen Ecklage in Grünerløkka eine moderne Variante der traditionellen norwegischen Küche. Neben hippen Restaurants sind Oslos traditionsreiche Cafés ideal für eine gemütliche Tasse Kaffee, besonders im altehrwürdigen Fuglen oder in Pelotons Café im Fahrradladen. 

Obwohl Oslo immer wieder neuen Stilrichtungen hervorbringt, sind die Wurzeln der Stadt reich an Geschichte. Mitten im Hafen von Oslo liegt die Festung Akershus, ein ausgedehnter mittelalterlicher Festungskomplex aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die Festung umfasst auch eine mittelalterliche Burg und aktive Militäranlagen. Es fühlt sich fast wie eine Zeitreise an, wenn man die Festung über die Zugbrücke betritt, bevor die Massen ankommen. Eine andere Alternative ist das Vikingskipshuset, das einen Einblick in das Leben von Norwegens Wikingervorfahren eröffnet. Drei restaurierte Langboote, die im 19. Jahrhundert aus dem Oslofjord geborgen wurden, bilden das zentrale Ausstellungsstück des Museums. 

Ein Luxushotel der Wahl:

Reykjavik, Island

Iraia Martínez/Flickr

Islands rasant wachsende Beliebtheit beruht weitgehend auf seinen unglaublich überwältigenden Landschaften, zu denen Fjorde, Gletscher, Vulkane, heiße Quellen und hunderte von Wasserfällen zählen. Wenn man über den Luftweg nach Island reist (wie die meisten Menschen), ist der Hauptflughafen Keflavik, der nur 40 Minuten entfernt ist von Islands Hauptstadt: Reykjavík. Viele Touristen verbringen wenigstens einen Teil ihrer Reise in Reykjavik, bevor sie in die schöne raue Wildnis aufbrechen. 

Es gibt vielerlei Gründe, um in dieser schlichten Hauptstadt zu bleiben, besonders am Wochenende. Die Isländer sind dafür bekannt, sich durch die kalten, dunklen Winter zu trinken, wobei sie in den Sommer hinein weiter trinken, um die langen, sonnigen Tage und das Ende des Winters zu feiern. Reykjaviks inoffizielle Kneipentour, die als Rúntur bekannt ist, verkörpert genau das und zieht Wochenendpartygänger in die Bars und Clubs im Zentrum -- von denen viele auf der Straße Laugavegur liegen. Einige der Top-Läden sind tagsüber Cafés und verwandeln sich nachts in Tanzläden, zum Beispiel das Sólon. Zu den lockereren Alternativen gehören die Lebowski Bar und Prikid. 

Reykjaviks Kulturszene bietet auch viele Konzerte und Musikfestivals. Im funkelnden kubischen Harpa treten vom Symphonieorchester bis zum Headliner des Airwaves Festivals alle auf, während Húrra eine intimere Atmosphäre bietet, bei der Bühne und Tanzfläche in eine kompakte Bar integriert sind. 

Neben der nächtlichen Party hat Reykjaviks Restaurant-Szene die nordische Küche geschmackvoll modernisiert. Wenn der Gedanke an fermentierten Hai Ihnen auf den Magen schlägt, probieren Sie doch andere Klassiker wie Papageientaucher- oder Rentierburger im Grillmarkadurinn oder neue nordische Küche im Restaurant DILL im Nordic House. Für einen spontanen Happen besuchen Sie Bæjarins Beztu Pylsur und essen Sie den besten Hotdog der Stadt (das ist die isländische Version des Standnamens). Die Hotdogs sind aus Lammfleisch (weil es überall auf der Insel Schafe gibt) und sie werden mit Ketchup, Senf, Röstzwiebeln und süßer Mayonnaise bestückt. Seien Sie nicht überrascht, wenn sich die Schlange während des Rúntur den gesamten Häuserblock entlangzieht.

Ein letzter Tipp -- besuchen Sie das Isländische Phallusmuseum. Dieses eigenartige Museum beschreibt sich selber als "das wahrscheinlich einzige Museum der Welt mit einer Sammlung von Phallusexemplaren von allen Säugetierarten, die in einem Land zu finden sind".

Ein Luxushotel der Wahl:

Stockholm, Schweden

Stockholm

Stockholm lässt sich überraschend leicht navigieren. Die Stadt ist unerwartet intim dafür, dass sie die größte auf unserer Liste ist. Vielleicht ist es, weil Stockholm landschaftlich am Wasser des Mälarsees liegt und 14 Inseln umfasst, die durch etwa 50 Brücken und eine Untergrundbahn verbunden sind. Schwedens Hauptstadt ist die perfekte Mischung aus alt und neu. Einerseits bietet Stockholm bekanntes industrielles Design und moderne Bars, andererseits schlängeln sich schmale Pflasterstraßen durch Gamla Stan, die Altstadt. 

Stockholm erfreut sich einer lebhaften Kunst- und Museumsszene. Das Moderna Museet ist mit Dauerausstellungsstücken von Salvador Dalí und Andy Warhol immer ein sicherer Tipp. Aber eine einzigartigeres Erlebnis erwartet Sie im Vasa-Museum. Das Museum erinnert in geistreicher schwedischer Art an die erfolglose Reise des riesigen Kriegsschiffs Vasa. Mit einer Länge von fast 69 Metern und einer Hohe von fast 49 Metern enttäuschte die Vasa das schwedische Königshaus, weil es nach wenigen Minuten kippte und mit vielen Opfern sank. 1961 wurde die Vasa vorsichtig geborgen und zum heutigen Ausstellungsstück wieder zusammengebaut. Eine andere Pracht-Tour, wenn auch in einer weniger augenzwinkernden und eher ernsthafteren Weise, finden Sie am Kungliga Slottet, das als das königliche Schloss dient und zahlreiche Regierungsgebäude beherbergt. Das Innere im Barockstil kann mit Führungen besichtigt werden. 

Die Vorstellungen derjenigen, die noch nie in Schweden waren, sind wohl größtenteils von Ikea und schwedischen Hackbällchen geprägt. Ikea hat seine Vorzüge, aber Schwedens Design zeigt sich am besten in Stockholms Cafés, unabhängigen Boutiquen und Museen wie dem Nationalmuseum, dem Nordiska Museet oder dem bereits erwähnten Moderna Museet. Was die Fleischbällchen angeht, sind diese ohne Zweifel eine Verkostung wert. Gleiches gilt für Skagen, eingelegten Hering und Elch. 

Stockholm ist zwar die größte Stadt Skandinaviens, aber die Schweden legen auf eine ausgewogene Work-Life-Balance sehr viel Wert. Rund 30 Prozent der Stadt sind ausgewiesene Grünflächen, die vom Stadtzentrum aus im Winter Langlaufen und Eislaufen sowie im Sommer Kajak fahren ermöglichen. Wie auch in Helsinki sind hier eine Vielzahl von einfachen Tagesausflügen zu Inseln vor der Küste möglich. Der Stockholmer Schärengarten besteht aus insgesamt 24.000 felsigen Inseln und Inselchen, die von Kiefern und hübschen roten Hütten bedeckt sind. 

Ein Luxushotel der Wahl:

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